Die meisten Menschen erhalten aus einer
anerkannten Tätigkeit ein positives Selbstwertgefühl und Zufriedenheit.
Der Weg dorthin führt i.d.R. über schulische und berufliche Ausbildung.
Dies ist auf dem Jugendhof genauso; nur die Art und Weise der
Ausbildung bzw. Berufsvorbereitung ist hier gelegentlich anders: Das
Lernen erfolgt sehr praxisnah und über das aktive Mitmachen. Angeboten
wird eine vielfältige, sinnvolle, selbstmotivierende Beschäftigung. Der
Jugendhof ist eine besondere Ereignis- und Erlebniswelt. Hier wird die
berufliche und damit auch gesellschaftliche Integration tagtäglich praktisch
trainiert und pädagogisch begleitet.
Im Rahmen der Tagesbetreuung/Beschulung werden den
TeilnehmerInnen Betriebspraktika ermöglicht. Eine Überführung der
Teilnehmer in Förderlehrgänge und Ausbildungsverhältnisse (ÜAZ u./o.
JAW) wird angestrebt.
Tierversorgung und Landwirtschaft
In der Land- und Forstwirtschaft nach Bioland-Richtlinien
werden Kaltblutpferde und Norweger Ponys eingesetzt. Diverse Haustierrassen
führen ein freudvolles Leben auf dem Jugendhof. So gibt es eine
Skudden-Schafherde (vom Aussterben bedroht) und als weitere Besonderheit
eine Rotte „Düppeler Weideschweine“. Unter Aufsicht der
FU-Berlin wird diese Landschweinrasse aus üblichem Hausschwein,
Wildschwein und Wollschwein herangezüchtet. Alle Tiere werden artgerecht -
meist im Offenstall - gehalten und nur mit hofeigenem Futter versorgt.
Die Tierhaltung bzw. die Tierversorgung hat einen besonderen
therapeutischen und pädagogischen Wert; vielfach ist es nur über
die Tiere möglich, die Betreuten emotional zu erreichen, sie an den
Jugendhof zu binden und zur Übernahme von Verantwortung zu animieren.
Hauswirtschaft &
Gästebetreuung
Da unsere Bewohner sich möglichst selbst versorgen sollen, müssen
folglich Lebensmittel produziert und verarbeitet werden. Eine
Gemeinschaftsküche versorgt an Wochentagen die Bewohner und
Beschäftigten sowie die vielen Gäste und Besuchergruppen; eine
Holzofenbäckerei stellt Vollkornbackwaren her; eine kleine Molkerei
produziert bei Bedarf Joghurt, Quark und Weichkäse. Je nach Jahreszeit werden
auch Säfte, Marmeladen und Fleischwaren (Spezialität: Spanferkel auf Bestellung!)
bereitet.
Bauhandwerk, Gebäudeerhaltung und -pflege
Auf dem Jugendhof ist die aktive Mitarbeit der Betreuten ein
wichtiger Bestandteil des Betreuungskonzeptes. Dies trifft auch auf den Bereich
des Bauhandwerkes zu. Alle Gebäude der Einrichtung wurden unter aktiver Mithilfe
der Betreuten, von Zivis und Berufsbetreuern erstellt. Insbesondere der Tiefbau,
Maurerarbeiten, Malern, Zimmeren sowie Dachbegrünung und Außenarbeiten erfolgen in
Eigenleistung. Das gleiche Prinzip gilt auch für die Gebäudeunterhaltung. Dadurch
gibt es auf dem Hof ständig Baustellen, aber es entstehen auch sinnvolle Anlern-
und Beschäftigungsfelder. Außerdem minimieren sich Schäden durch Vandalismus,
weil die Betreuten sich mit den Gebäuden und Außenanlagen als ihr Zuhause
identifizieren können. |